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Texte, Bedeutung, Historisches, Rezepte, Lieder, Gedichte und Tipps

Adventszeit/Kalender/Kränze…Weihnachten steht vor der Tür.

---Texte stammen teilweise aus meinem Buch "...immer wieder sonntags- Gebräuche in und um Düsseldorf", Sutton-Verlag, 2006 ---


Wenn die Weihnachtsmärkte in der Innenstadt aufgebaut werden und eröffnen, dann fängt auch die Adventszeit an, das ist das Zeichen für alle Düsseldorfer und Gäste in der Stadt sich um Adventskränze, -kalender, Weihnachts-CDs oder Kochbücher für die Weihnachtszeit zu kümmern.

Der beliebteste Brauch die Adventszeit zu Feiern ist das Anzünden der ersten Kerze auf dem Adventkranz. Dieser steht natürlich im Wohnzimmer oder ganz nahe im Essbereich, wo dann auch ein üppig dekoriertes Advent-Frühstück mit der Familie eingenommen wird. Die Erwachsenen haben schon ein paar Tage vorher dazu Tannen- und Kiefernzweige geholt und binden, flechten oder stecken sie fest in einem Kreis, in dem auch vier Kerzen im gleichen Abstand stehen. Jeden Sonntag wird eine weitere Kerze angezündet, bis alle vier Lichter ankündigen, dass der heilige Abend bevorsteht.

 

„Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.

Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier –

dann steht das Christkind vor der Tür…“

Der „Kindermund“ dichtet dann weiter:

„…und wenn das fünfte Lichtlein brennt,

dann hast Du’s Christkind verpennt.“

 
 

Eine ähnliche Funktion hat der Adventkalender mit den 24 Türchen, besonders für Kinder. Hinter jedem Türchen verbirgt sich eine kleine Überraschung, ein Bild, eine Süßigkeit oder gar ein kleines Geschenk. Anstatt eines Adventkalenders mit den Türchen gibt es z.B. 24 Socken auf einer Wäscheleine, mit Zahlen von 1-24 beklebt oder bestickt. Jeden Tag kann man sich etwas aus dem Socken nehmen. Beliebt sind auch mit Zahlen nummerierte Kästchen und Schachteln, alle diese Kalender sollen auf die nahende Weihnacht hinweisen und die Wartezeit „versüßen“. Freunde, Ehepaare oder Verliebte können sich auf diese Weise die ganze Adventzeit hindurch mit kleinen Aufmerksamkeiten beglücken. 

 

Von den Anliegern rund um den Burgplatz und der Brauerei Schlösser Alt stammte 2005/2006 diese Idee zur Adventszeit:

Der größte Adventskalender in Nordrhein-Westfalen (über 480 qm) öffnet an der Fassade des „Goldenen Ring“-Gasthauses, direkt neben dem Schlossturm, seine 24 Türchen. Mit einer Tombola kann man hier jeden Tag etwas gewinnen und die Lose zu jedem Türchen dienen einem karitativen Zweck. Von weitem schon sind die Fenster mit bunten kleinen Lichtern umkränzt zu erkennen und teilweise bewegen sich darin auch einige Figuren.

  

In freudiger Erwartung

Advent wird abgeleitet vom lateinischen Wort „adventus“, was soviel wie Ankunft bedeutet.

In einer vierwöchigen Wartezeit bereiten sich die Christen auf die Geburt Jesu vor. In manchen Kirchenkreisen heißt die Adventszeit auch „Zeit freudiger Erwartung“ und auch „Zeit der Vorbereitung auf das Fest der Menschwerdung“ (griechisch: Epiphanea). Der 1. Advent ist immer der 4. Sonntag vor dem 25. Dezember. Mit dem 1. Advent beginnt auch das Kirchenjahr. Erste Gebiete, wo diese Zeit feierlich begangen wurde, waren im 4. Jahrhundert in Gallien, Spanien und Ravenna. Die Dauer der Adventszeit variierte damals noch von einer Woche bis sechs Wochen. Manchmal begann die Adventszeit gleich nach St. Martin.

Mit Papst Gregor I. (590-604) startete die Tradition der vier Adventssonntage, die jeweils für 1000 Jahre Wartezeit der Menschheit auf den Erlöser stehen sollen. Mit Papst Pius V. (1566-1572) werden die 4. Adventssonntage überall verbreitet, nur in Mailand gibt es noch eine sechswöchige Adventszeit. Am 1. Advent wird in den Gottesdiensttexten von der Wiederkehr Jesu am „Tag des jüngsten Gerichts“ gesprochen, der 2. und 3. Advent ist Johannes dem Täufer gewidmet und der 4. Advent steht ganz im Zeichen von Maria, der Mutter Gottes.

Um 750 wird der 1. Adventssonntag zum Beginn des Kirchenjahres. In früheren Zeiten war die Adventszeit eine Zeit des Fastens und der Buße, was auch an den Farben der Messgewändern zu sehen ist, sie sind in violett gehalten. Vor der österlichen Fastenzeit wurde Karneval gefeiert und vor der (ehemaligen) adventlichen Fastenzeit kann man auch karnevalistische Züge erkennen. In der Adventszeit gab es weder Tanzfeste, weltliche Festlichkeiten noch kirchliche Trauungen. Auch gab es den Brauch, dass keine Süßigkeiten gegessen wurden, sondern man bewahrte diese bis Weihnachten in einer speziellen Dose auf. In manchen Familien wurde eine vorerst leere Krippe aufgestellt und mit jedem Tag ein Strohhalm hineingelegt, bis das Jesuskind dann für seine Geburt ein warmes Strohlager vorfindet. Dieses tägliche Hinzufügen erinnert schon etwas an einen Adventskalender heutiger Tage.



Eigentlich ist der Adventskranz ja noch ziemlich jung. Johannes Hinrich Wichern soll der erste gewesen sein, der solch einen Kranz aufstellte. Als Pfarrer für gefährdete Jugendliche zündete er im Advent 1838 jeden Tag eine Kerze in seiner Andacht an. „24“ ist ja heute noch eine gebräuchliche Zahl beim Adventskalender und galt als Zahl Gottes. Diese Kerzen steckte er dann auch auf einen Holzkranz. An Weihnachten erleuchtete dieser einfache Kranz den ganzen Saal mit stimmungsvollem Licht. „Das Licht der Welt“, also Jesus Christus war damit gemeint. In späteren Jahren kamen Tannenzweige als Dekoration des Saales bei Weihnachtsfeiern hinzu und 1860 soll dann der Holzkranz selber zum ersten Mal mit Zweigen umwickelt worden sein. Der Adventskranz wurde geboren. Der klassische Adventskranz, den wir kennen, trägt die Farben Grün und Rot. Grün symbolisiert die Hoffnung auf den Fortbestand des Lebens im dunklen Winter und Rot das Blut Christi, das er vergossen hat, um die Welt zu erlösen. Noch heute werden diese Farben am meisten verwendet. Nach 1860 verbreitete sich dieser Kranz sehr schnell, besonders bei evangelischen Familien. 1925 hing ein erster Kranz in Köln, etwa um die gleiche Zeit soll auch der Kranz mit nur vier Kerzen bestückt worden sein. In der katholischen Kirche können heute häusliche Adventskränze geweiht werden. Wobei dann die Kerzen violett (Farbe der Buße und des Fastens) waren, außer der 3. Kerze, die eine rosa Farbe trug, sie war dem 3. Adventssonntag gewidmet, der für „Gaudete“ („freut Euch“) stand.

Symbolisch kann man den Kranz als Siegerlorbeer aus der Zeit der Antike sehen. Der Sieg der Christen über das Dunkle versteht man darunter, das Licht symbolisiert die Abwehr des Bösen, es vertreibt die Dunkelheit und gibt den Menschen damit Hoffnung!

 

 

So eine Art Adventskalender gab es schon im 19. Jahrhundert und bestand darin, dass man ab dem 1. Dezember jeden Tag ein Bild mit religiösem Motiv an die Wand hing. Wie schon erwähnt, gab es auch bei manchen den Brauch täglich einen neuen Strohhalm in eine leere Krippe zu legen. Die Pfarrersfamilie Lang aus dem Schwabenland soll die Erfinderin des ersten Adventskalenders gewesen sein.

Um 1903 hatte Mutter lang für ihren Sohn 24 Gebäckstücke auf einen Karton befestigt. Ab dem 1. Dezember durfte Lang Junior dann sich ein Gebäck wegnehmen. Als Lang Junior Mitbesitzer einer Druckerei war, setzte er diese Idee seiner Mutter in gedruckter Form um. Vorerst gab es keine Fensterchen. 1908  waren dann 24 kleine Türchen zum öffnen, um die Texte und Bildchen dahinter zu sehen. Danach ging es Schlag auf Schlag und bald wurde aus dem Adventskalender auch ein „Christkindleinshaus zum Füllen mit Schokolade“.

Während der "Nazi-Zeit" waren Adventskalender als christliche Symbolik verboten. In Selbsthilfe erstellten Familien eigene Kalender, so z.B. indem sie Kerzen mit 24 Markierungen versahen, bis zu denen jeweils die Kerze runterbrannte. Auch wurden Schränkchen in Heimarbeit gezimmert mit 24 Schublädchen, die mit Süßigkeiten gefüllt wurden. Den Boom mit schokoladengefüllten Adventskalender soll es ab 1960 geben.

 

 

6.12. Nikolaus – Bescherung vom Bischof

Um den 6. Dezember herum sind wieder eine Menge alter Männer unterwegs, mit einem weißen Rauschebart, dicken weißen Augenbrauen, mit roten Mänteln, schweren Stiefeln,
einem großen Sack hinter sich hertragend und manchmal mit einem dicken Buch in der Hand.

Aber Moment mal – ist denn schon Weihnachten? Wird hier schon zweieinhalb Wochen vor dem Termin beschert? Aber die Fragenden werden schnell aufgeklärt, hier ist nicht der Weihnachtsmann unterwegs sondern der Nikolaus! Aber die Verwirrung bleibt, denn irgendwann hat man gelernt, dass der gute Mann doch Bischof war und der „Rotmantel“ hat so gar nichts von einem weisen, ehrenhaften Kirchenmann. Nur gut, dass es in den letzten Jahren sich wieder immer mehr durchsetzt, dass die Nikoläuse, die als Wohltäter Schulen, Tagesstätten, Altenheime, Firmenfeiern und Familien zu Hause besuchen oder auf den Straßen unterwegs sind, anders als der „Rotmantel“ in einem Bischofsgewand gehüllt erscheinen. Mitra (Bischofshaube), Bischofsgewand und der typische Bischofsstab sind um diese Zeit der Renner bei Kostümverleihern. Egal, wo nun dieses Nikolaus –Revival  belebt wird, es werden nicht nur Geschenke verteilt, sondern auch Geschichten erzählt, über die Person und Hintergründe von St. Nikolaus, bzw. den Bischof von Myra. Auf die einzige Funktion, die der angebliche Nikolaus in Kaufhäusern und Einkaufspassagen hat, lässt sich der wahre Nikolaus nicht reduzieren. Um diesen neuen Trend weiter zu unterstützen, gibt es Menschen, die in Düsseldorf in der Nikolaus-Verkleidung unterwegs sind und in Kinderhorten, Wohnungslosen-Treffs, Schulen oder Behinderten-Einrichtungen. Die traditionelle Begleitung durch Hans Muff, oder Kneckt Ruprecht, ist natürlich auch dabei und beide sind immer öfter mit einer Kutsche unterwegs.

 

30 Jahre ehrenamtlicher Bischof Nikolaus

Josef Schnitzler, alle kennen ihn als Ex-Baas der Hausbrauerei „Uerige“, ist als Nikolaus in originalgetreuem Kostüm schon eine 30-jährige Tradition. Er verteilt Weckmänner an ausgesuchten Adressen und das alte dreirädrige Bierfahrzeug der Hausbrauerei wird zum Transport der Naschereien bis oben hin aufgefüllt. Vor der Nikolaus-Kutsche, die von zwei weißen Pferden gezogen wird, fährt auch noch ein Polizei-Motorrad, um dem heiligen Mann den Weg frei zumachen. Ein sicherer Zeitpunkt, um diesen Nikolaus zu treffen ist jedes Jahr natürlich das weihnachtliche Nikolaus-Dorf vor dem Rathaus. Ein anderer Nikolaus im Bischofsgewand ist seit über 50 Jahren im Düsseldorfer Norden unterwegs, der Rentner Heribert Müller. Er liest dann Geschichten vor und hält kleine nette Vorträge über jedes der Kinder, das er einzeln oder in Gruppen besucht. Als Erzieher oder Richter über Gut und Böse möchte er dabei nicht dienen: „Mir macht es Spaß, in leuchtende Augen zu blicken und ich will die Kinder ja nicht erschrecken.“ Rund um Düsseldorf wird der übliche Werbe-Nikolaus, der ja zudem auch noch tausendfach sich gleichzeitig an Hauswänden hochhangelt, gegen die Bischofsgestalt ausgetauscht. Nikolaus-Vereine formieren sich und Tageszeitungen starten Kampagnen zur Rückbesinnung auf die alte Nikolaus-Tradition. Auf der Seite www.kath.de/nikolaus ist 2005 die Frankfurter Nikolausinitiative gestartet worden. Mit dieser Initiative und einem Bastelbogen auf deren Internetseiten können alle Schokoladen-Nikoläuse, die ja vom Aussehen mit dem Bischof rein gar nichts zu tun haben, verändert werden. Einfach die Mitra, Bischofsstab und Bibel auf dem Bastelbogen ausschneiden und auf den unechten Nikolaus kleben.

 

Frankfurter Nikolausinitiative e.V.
c/o H. Zimmermann
Schieferstraße 13
65620 Waldbrunn
Telefon: 06479/247 130 und 0170 / 79 33 273

 

Weitere Informationen zu Nikolaus gibt es im Internet unter:

www.nikolaus-von-myra.de.

Autor ist der Pressesprecher des Erzbistums Köln und Verfasser vieler Schriften zu Sitten und Gebräuchen, Manfred Becker-Huberti.


Ein neuer Nikolausbrauch, und auch mehr dem Spaßfaktor und Stadtmarketing zuzurechnen, ist der Internationaler NikoLauf. Nach 2004 und 2005 wird diese sportliche Veranstaltung im Jahr 2006 nicht stattfinden. Aber schon im darauffolgenden Jahr könnte es dann wieder für Hunderte von Nikoläusen, Weihnachtsmännern und Engelchen aus aller Welt am Rheinufer Ernst werden: Wer ist am schnellsten vom Apollo unter der Rheinkniebrücke bis in die Altstadt gelaufen?

Alle Jahre wieder: Schuhe putzen nicht vergessen!                                                                                Nach wie vor werden aber in den Familien Schuhe geputzt („..sonst legt Dir der Nikolaus nichts rein“), die größten Stiefel von den Kindern an die Treppe gestellt und nachts auf Geräusche geachtet, die vom heiligen Mann stammen könnten. Dabei sind hier nicht nur Kinder erwartungsfroh, was denn im Stiefel steckt, sondern auch Erwachsene sehen hier eine Möglichkeit dem „Geschenkezwang“ an Heiligabend zu entfliehen und legen sich gerne ein paar kleine Gaben in das Schuhwerk.



Guter Nikolaus
Guter Nikolaus,
komm in unser Haus,
triffst ein Kindlein an,
das ein Sprüchlein kann
und schön folgen will!
Halte bei uns still,
schütt dein Säcklein aus,
guter Nikolaus.
Ach, du lieber Nikolaus;
komm doch einmal in mein Haus!
Hab so lang an dich gedacht.
Hast mir auch was mitgebracht?

 

Der wahre Heilige Mann

Der 6. Dezember ist dem Heiligen Nikolaus Bischof von Myra gewidmet. Er lebte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts und ist durch viele Legenden und dadurch dass er Patron der Verfolgten, Gefangenen, Seeleute, Schiffer, Kaufleute, Bäcker, Fischer, Metzger, Weinhändler, Nachtwächter, Heiratswilligen, Chorknaben, Studenten und Schüler geworden ist, einer der populärsten christlichen Heiligen geworden. Die Kinder der Stadt Myra soll er einmal vor der Entführung durch Seeräuber gerettet haben. Den hungernden Bewohnern der gleichen Stadt soll er einen Teil von Getreide, das für Rom bestimmt war, beschafft haben. Und bekannt ist auch die Rettung von drei armen Mädchen vor der Prostitution, weil er ihnen eine Mitgift besorgen konnte. Als mittlerweile Bischof soll er ein Kind nach dessen Verbrennungstod wieder ins Leben geholt haben, indem er es segnete. Drei Knaben erweckte er wieder zum Leben, die von einem habgierigen Gastwirt ermordet wurden. Kein Wunder also, dass es so viele Abbildungen, Statuen, ihm geweihte Kirchen und viele weitere legendäre Geschichten von ihm gibt.

 

Himmelgeist, die direkte Verbindung zum Heiligen Mann

„Passend“ in Düsseldorf-Himmelgeist steht die Kirche St. Nikolaus und die Gemeinde bietet unter www.kirche-wersten-himmelgeist.de einen Service an, wo es Informationen zu Nikolaus gibt. Im damaligen selbständigen Kaiserswerth, das jetzt ein Stadtteil ist,  wird schon 1299 in der Stiftskirche ein Altar des Heiligen Nikolaus erwähnt, etwa 100 Jahre später werden in der Düsseldorfer Stiftskirche (St. Lambertus) „Überreste“ vom Heiligen Nikolaus verzeichnet. Die Verbreitung des Nikolaus-Brauchtums, des wohltätigen Verhaltens und des Schenkens ist sehr breit gewesen, ebenso die unterschiedlichen Namen wie z.B. Sente Kloos, Klooskerl, Heilige Mann, Niklösche, Sinterklaas (Niederlande), Zönter Kloos u.v.m., und immer ist und wurde er begleitet von einer „Antifigur zum Gabenbringer“. „Hans Muff“ gibt es heute noch bei uns, woanders hieß diese „bestrafende“ Begleitung Knecht Ruprecht, Muffert, Rockgeloos, de schwatte Mann oder Swarte Piet (Niederlande). Eine andere Begleitung hatte der Nikolaus in Köln: St. Barbara fungierte hier als Gabenbringerin für die Kinder. Am Niederrhein ist es auch Brauch, am Barbara-Tag (4. Dezember), Zweige ins Wasser zu stellen, die dann Weihnachten ihre Blüten öffnen. So sollte an das Wunder in der „Christnacht“ erinnert werden.

Im 6. Jahrhundert verbreitete sich der Kult im ganzen griechischen Raum und weiter in den slawischen Ländern, von dort wurde er im Laufe der Jahre einer der meisten verehrten Heiligen in Russland. Aus dieser Zeit wurden auch Geschichten eines Abtes Nikolaus vom Kloster Sion mit denen des Bischofs Nikolaus von Myra verwoben, beide kommen aus der gleichen  kleinasiatischen Gegend und lebten in einem Abstand von etwa 200 Jahren, was aber dem „Siegeszug des Nikolaus-Kults“ keinen Abbruch tat.

Im 8. Jahrhundert zog der Nikolaus-Kult in Rom ein, von wo er Süd- und Mitteleuropa erreichte. Eine erste Nikolaus-Kapelle soll um 980 in Brauweiler gebaut worden sein.

Im 10. Jahrhundert erfuhr in Deutschland die Nikolaus-Verehrung eine besondere Förderung durch die Kaiserin Theophanu, der griechischen Ehefrau des Kaisers Otto II.

 

Vom Bischofsspiel und Beschenken

Das Beschenken geht zurück auf das „Bischofsspiel“ in Kloster- oder Domschulen. Ein Spiel, in dem die Schüler, manchmal sogar die Kleriker selbst, einen „Abt” oder „Bischof” wählten, der ein ausschweifendes Fest und Umzüge mit viel Pomp durchführte. Ausgestattet war der „Knabenbischof“ dann meist wie ein Bischof mit Chorkleidung, Mitra und Stab.

Bislang wurden Äpfel, Nüsse, Gebäck und Süßigkeiten in einen Raum geworfen, in dem sich die Kinder der Familie aufhielten oder aber über Nacht Geschenke ausgelegt (Wurf- und Streuabend genannt). Später wurden im Haus mancherorts Strümpfe zu diesem Zweck aufgehängt, damit spielte man die Legende von den drei Jungfrauen nach, die jeweils einen Goldklumpen vom Nikolaus empfingen. Die Schuhe als Behältnis für die Geschenke kamen dann später. Ein „Nikolaus-Schiffchen“ war ein von den Kindern etwa im 15. Jahrhundert gebastelter Vorläufer unseres Gabentellers zu Weihnachten (Einlegebrauchtum). Spätestens seit dem 17. Jahrhundert ist Nikolaus als Gabenbringer belegt. Am Vorabend des Nikolaustages beschenkte er, meist mit seinem schon genannten Helfer, die Kinder. Ganz so, wie es heute der Weihnachtsmann am Heiligabend macht (Einkehrbrauch). Nun kehrte Nikolaus mit Gefolge in die Häuser ein und befragte die Kinder, ob sie ihre Gebete verrichteten, den Anordnungen der Eltern folgten oder was für einen Glaubenswissenstand  sie hatten. Nikolaus und Hans Muff drohten zu Angstmachern zu werden und die Komödien-Szenen, die sie dabei spielten gefielen nicht über all. Gute Kinder wurden belohnt und böse bestraft.  Nikolaus als der Examinator.

1787 ließ die Regierung einen Nikolausmarkt in der Altstadt schon um siebzehn Uhr schließen. „Ausschweifungen“ waren der Anlass diese drastische Maßnahme zu ergreifen, denn sonst war es jahrelange Brauch von Nikolausabend an die ganze Nacht hindurch einen Markt zu veranstalten.

In dem Rückblick des Düsseldorfer Autoren Neuhausen, wird dieser als kleiner Junge um 1900 vom „Heiligen Mann“, dem „Niklas“, mit einem Pferd beschenkt. Und weitere Nikolaus-Abende in seiner Kindheit beschreibt er als „festlich begangene“ Tage.

 

Heiligabend als Schenktermin? --Fehlanzeige

Um 1500 war Weihnachten als Schenktermin oder größeres Kinderfest unbekannt. Eher wurde die Welt ja durch die Geburt von Jesus beschenkt! Die Reformation hat sowohl den heiligen Nikolaus als Geschenkebringer und auch den 6. Dezember als Termin bekämpft. Heilige als Mittler göttlicher Gnade waren nach reformatorischer Lehre überflüssig.

Martin Luther haben es wir weitgehend zu verdanken, dass der „Bescherungstag“ und Einkehrbrauch nicht mehr am Nikolaustag ist. Er praktizierte dieses „Einlegen“ aber selbst bis 1535.

Neuer Schenktermin - zunächst in protestantischen Gegenden, nach 1900 allmählich in ganz Deutschland flächendeckend - wurde Weihnachten. (In Neuss am Rhein und in weiten Teilen des Rheinlandes wird um 1900 noch am Nikolaustag beschert. Bis 1930 wurden am Niederrhein zu Weihnachten höchstens das Gesinde und nur Kinder mit kleinen Geschenken erfreut.) Geschenkebringer wurde vermehrt die von Martin Luther propagierte Kunstfigur „Christkind”, die es aber als Nikolaus-Begleiter oder als Gabenbringer auch schon vorher gab. In den protestantischen Ländern ließ sich dieser Wandel nicht überall durchsetzen: Die Niederlanden hielten am alten Schenktermin und am heiligen Nikolaus fest. Im Laufe der Entwicklung mutierte „das Christkind” zum „Weihnachtsmann”, der wiederum zum Teil Wesensmerkmale und den Namen des heiligen Nikolaus übernahm. In Nordamerika heißt der „Father Christmas” mit Namen „Santa Claus”. Um 1930 hatte sich schließlich in Nordwest- und Südwestdeutschland „das Christkind”, in den anderen Landesteilen der „Weihnachtsmann” als Gabenbringer durchgesetzt. Es gibt unterschiedliche Ansichten, ob das heutige Erscheinungsbild mit rotem Gewand, weißem Bart und Pelzbesatz auf den niederländischen „Sinterklaas“ oder einer „Coca-Cola-Werbefigur“in den USA zurückgeht.

Heute stellen die Kinder in der Nacht auf den 6. Dezember ihre besten Schuhe raus, in der Hoffnung Leckereien, kleine Geschenke oder Obst am nächsten Morgen darin zu finden.

Und der Blick des Heiligen Mannes ins Goldene Buch mit den Taten des Gegenüber, ob nun am Nikolaustag, an Heiligabend oder während vieler Feiern im Advent, ist immer gleich.(Siehe oben Einkehrbrauchtum.) Auch das Erstaunen der Kinder darüber ist immer groß: woher weiß der Nikolaus oder Weihnachtsmann eigentlich immer all die bösen und guten Dinge? Da ist es dann auch egal, wer nun wirklich das Geschenk überreicht.

 

 

 

Was wäre die Adventszeit mit Nikolaus und Weihnachten ohne spezielle Gebäcke,
Getränke und einfache Gerichte?

Hier eine kleine Auswahl von verschiedenen Rezepten:

Äpfel in Vanilletunke                                                                                                             

Zutaten: 4 Äpfel (waschen, schälen, entkernen), 1/8 l  Wasser oder Wein, 1 Esslöffel   Zucker, Vanillesoße, Marmelade, Rosinen, geriebene Nüsse oder Mandeln, Butter, Anis. Zubereitung:1/8 l Wasser oder Wein mit 1 Esslöffel Zucker aufkochen, die vorbereiteten Äpfel darin garen, mit einem Schaumlöffel herausnehmen, auf Teller setzen und mit Marmelade, Rosinen und/oder geriebenen Nüssen füllen. Die Vanillesoße darüber gießen, warm essen.Bratäpfel                                                                                                                    Zubereitung: Säuerliche Äpfel waschen und trocknen, das Kerngehäuse ausstechen und auf das gefettete Backblech setzen und Zucker darüber streuen. Im Elektroherd bei 220° C 25 Minuten, im Gasherd bei Stufe 5 braten. Nach dem Braten mit Zucker bestreuen. - Zum Braten geeignet sind die Apfelsorten Boskop, Jonathan und Cox Orange

Bischofsbrot                                                                                                                        Zutaten: 5 ganze Eier,250 g Zucker,250 g Mehl, 250 g  ganze Mandeln(abgebrüht und geschält), 250 g Sultaninen, 15 g Zimt. Zubereitung: Eier und Zucker schaumig rühren, die restlichen Zutaten darunter mengen. Masse in eine gefettete Kastenform geben. 1 Stunde bei 175° C backen. Zum Servieren dünn aufschneiden.

Lebkuchen nach Mutters Art                                                                                                    Zutaten: 250 g Honig, 125 g Zucker, 2 Esslöffel Öl, 500 g Mehl, 1 Päckchen Backpulver,1 Päckchen Lebkuchengewürz, 2 Esslöffel Kakao, 1 Ei und zum Verzieren: Puderzucker, Schokoladenglasuren, bunte Zuckerstreusel, Mandeln, Rosinen, Pistazien.             Zubereitung: Zuerst Honig, Zucker und Öl in einem Topf schmelzen. Nun das Mehl mit dem Backpulver und dem Kakao auf den Tisch sieben und mit dem Lebkuchengewürz vermischen. In die Mitte eine Vertiefung formen, da hinein die Honigmasse und das Ei geben. Alles zu einem Teig verkneten und auf einer bemehlten Fläche ausrollen. Jetzt Figuren ausstechen oder sie mit Hilfe von Pappschablonen ausschneiden. Das spitze Messer zwischendurch immer wieder in Mehl tunken. Die fertigen Figuren auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Backzeit: ca. 10 Minuten bei 200° C , Heißluft: 175° C. Nach dem Backen und Abkühlen die Figuren mit Puderzucker oder Zucker- und Schokoladenglasuren, mit Mandeln, Rosinen, Pistazien, Zitronat usw. verzieren. Sollen die Lebkuchenfiguren als Adventsgruß an einem Tannenzweig hängen, dann vor dem Backen mit einem Zahnstocher ein Loch für den Faden in den Teig stechen. Die gebackenen Lebkuchen am besten in einer Dose luftdicht, kühl und trocken aufbewahren.

Weckmann mit Tonpfeife                                                                                                Zutaten: 1 Päckchen Trockenhefe, 1 Teelöffel Zucker, 1/8 l  Milch, 300 g Mehl, 80 g Zucker, 1 Prise Salz, 80 g weiche Butter, 2 Eigelb, 1 Messerspitze Safranpulver, Eigelb zum Bestreichen, Korinthen und Tonpfeifen zum Verzieren. Zubereitung: Hefe und Zucker mit der lauwarmen Milch anrühren und 15 Minuten stehen lassen. Mehl in eine Schüssel sieben, an den Rand Zucker, Salz, Butter, Eigelb und Safran geben und von der Mitte aus mit der Hefe verrühren und alles gut durchkneten. Den Teig gehen lassen, dann ausrollen und Männerfiguren ausschneiden, auf ein gefettetes Backblech legen und mit Eigelb bestreichen. Korinthen als Augen und Knöpfe einsetzen und die Tonpfeife längs in das Männchen drücken. Die Figuren noch etwas gehen lassen und dann 15 - 18 Minuten bei 175 - 200° C hellbraun backen.

 Weckmänner (Stutenkerle)                                                                                                 Zutaten: 300 g Weizenmehl, 1 Portion Hefe, 1 Teelöffel Salz, 80 g Zucker, 1/8 l lauwarme Milch, 80 g weiche Butter, 2 Eigelb, 1 Prise Safran und zum Garnieren: einige Rosinen und Tonpfeifen (evtl. bei der Bäckerei erbitten). Zubereitung: Hefe, Zucker und Milch anrühren und 15 Min. stehen lassen. Mehl in eine Schüssel sieben, in die Mitte die Hefe geben und an den Rand Salz, Zucker, Butter, Eigelb uns Safran. Nun diese Zutaten von der Mitte aus mit der Hefe gut verrühren. Den Teig gehen lassen, dann ausrollen und „Weckmänner” ausschneiden. Diese auf ein gefettetes Backblech legen und mit verquirltem Eigelb bestreichen. Rosinen als Augen und Knöpfe eindrücken und eine Tonpfeife der Länge nach auf eine Seite des Weckmanns drücken. Die Figuren gehen lassen und dann bei 175° - 200° C 15 - 18 Min. hellbraun backen.

(Die Tonpfeifen sollen an den Bischofsstab von St. Nikolaus erinnern.)

 

Brezeln                                                                                                                                 Schon im Jahr 1521 wurde zur Herstellung einer typischen Brezel empfohlen: „Nimm ein schönes Mehl / lauter Eyerdotter / und ein wenig Wein / Zucker und Aniß / mach einen Teig damit an / walg ihn fein länglicht und rundt mit saubern Händen / und mach kleine Brezel daraus / schiebs in ein warm Ofen / und backs / dass du es nit verbrennst”.

 

Heißer Johannesbeer-Punsch                                                                                         Zutaten: 2 Beutel Hagebuttentee, 1/2 l  Wasser, 1 Päckchen Glühweingewürz, Saft von 1 Zitrone, 0,7 l  Schwarzer Johannisbeersaft, Saft von 2 Apfelsinen, 1 ungespritzte Apfelsine, Zucker. Zubereitung: Hagebuttentee, das Glühweingewürz und den Zitronensaft mit kochendem Wasser übergießen. Dann den Johannesbeersaft dazugeben und alles einmal aufkochen lassen. Den mit Zucker abgeschmeckten Punsch durch ein Sieb gießen, in jeden Becher eine Scheibe Apfelsine geben und den Punsch darüber gießen. Heiß getrunken, schmeckt er am besten!

 

Kinder-Punsch                                                                                                                      Zutaten: 1 l Apfelsaft, 1/2 l schwarzer Tee, 2 Esslöffel Zucker, 1 Zitrone, 1 Orange, 1 Zimtstange, 2 Nelken. Zubereitung: Apfelsaft und Tee in einem Topf erhitzen. Zitrone und Orange dünn abschälen und auspressen. Schalen, Saft, Zucker und Gewürze in den Topf geben. Punsch langsam erhitzen, aber nicht kochen. Eventuell nachwürzen. Punsch durchseihen und in feuerfesten Gläsern auf den Tisch bringen.Malvenpunsch (2 Portionen)                                                                                                Zutaten: 2 Esslöffel Zucker, 1 Ei, 1/4 l  Malventee, bunte Zuckerstreusel und, etwas Zitronensaft. Zubereitung: Zuerst das Eigelb vom Eiweiß trennen und mit dem Zucker richtig schaumig schlagen. Das geht mit einer Gabel ganz leicht. Den Schaum in zwei Gläser füllen, die mit dem heißen Malventee aufgefüllt werden. Kurz verrühren und mit Zitronensaft abschmecken. Das Ganze mit bunten Zuckerstreuseln verzieren.Warmer Kartoffelsalat mit Speck                                                                                         Zutaten: 1,5 kg mittelgroße Kartoffeln, 250 g  geräucherte, gut durchwachsene Speckwürfel, 1 Tasse  kleingehackte Zwiebeln, 1/4 Tasse  Wasser, 1/8 l   Weißweinessig, 1/2 Teelöffel  Salz, 1/4 Teelöffel schwarzer Pfeffer, 2 Esslöffel Petersilie. Zubereitung: Pellkartoffeln kochen, pellen und in nicht zu dünne Scheiben schneiden und zugedeckt warm stellen. Den Speck in einer größeren Pfanne braun und knusprig braten und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. In dem zurückgebliebenen Fett in der Pfanne die Zwiebeln unter rühren glasig dunsten. Wasser, Essig, Salz und Pfeffer hinzugeben und kurz aufkochen lassen. Diese Mischung über die Kartoffeln gießen und unterheben. Zum Schluss den Speck und die frisch gehackten Petersilie hineinmischen und abschmecken Den Salat kann man sofort servieren.

Miesmuscheln in Weißwein                                                                                                  Zutaten: 4 kg Miesmuscheln, 1/2 l    Weißwein, ½  Sellerieknolle, 2  Möhren, 4 Zwiebeln, 1  Knoblauchzehe, 2  Lorbeerblätter, 1 Teelöffel  geschroteter Pfeffer, 1 Teelöffel  Salz und als Beilage:  Schwarzbrot mit Butter. Zubereitung: Die Muscheln einige Stunden in Wasser legen. Sollte sich die eine oder andere dabei geöffnet haben, diese wegwerfen, da sie ungenießbar sind. Die übrigen unter fließendem Wasser gründlich bürsten und die herausschauenden Bärtchen mit einem Messer abziehen. Den Weißwein in einen großen Topf gießen. Sellerie, Möhren, Zwiebeln und Knoblauchzehe fein würfeln und mit den Gewürzen dazugeben. Das Ganze aufkochen und die Muscheln hineingeben. 5 - 10 Minuten garen, bis sich die Schalen weit geöffnet haben. Alle noch geschlossenen Muscheln aussortieren. Sie sind nicht essbar! Die guten mit der Gemüsebrühe auf  tiefen Suppentellern servieren. Dazu Schwarzbrot mit Butter reichen. 

  

 
Weihnachten in Düsseldorf

Schon nach den Sommerferien trauen wir unseren Augen nicht, namhafte Discounter führen in ihren Regalen schon Weihnachts-Süßigkeiten! Aber keine Angst, Heiligabend ist nicht vorverlegt worden! Hier wird nur versucht, so früh wie möglich schon ins große Weihnachtsgeschäft einzusteigen. Und ehrlich gesagt, manche Sachen schmecken auch schon vor dem größten Familienfest. Aber es wird jedes Jahr aufs Neue diskutiert, ob denn diese verfrühten Weihnachtsboten nicht die Freude auf Weihnachten und das Adventsgefühl im Dezember verderben.

Ein Trend, der auch schon frühzeitig einsetzt und das Fest der Feste ankündigt, sind die Weihnachtsfeiern von großen und kleinen Firmen. Entweder bekommt man für die eigene Feier keine Räume mehr, weil schon alles belegt ist oder man muss – und das wird immer häufiger – schon im November oder dann im Januar mit Kolleginnen und Kollegen feiern!

 

Der Lichterketten-Umsatz steigt ums Tausendfache!

Spätestens, wenn die Weihnachtsmärkte in Düsseldorf starten, dann sind auch die ersten Schaufenster-Dekorationen und die Stimmung der Düsseldorfer nur noch auf ein Ziel gerichtet: „Fröhliche Weihnacht“ überall. Ganze Straßenzüge, wie die Nordstraße, Westfalenstraße oder die Kölner Straße sind dekoriert mit Lichterketten, Tannenzweigen, Engel- und Weihnachtsmann-Figuren und natürlich mit Weihnachtsbäumen. Es gibt verschiedene Weihnachtsmärkte im ganzen Stadtgebiet verteilt:

Weihnachtsmarkt rund um die Nordstraße, Weihnachtsmarkt Kaiserswerth, Benrather Weihnachtsdörfchen, Adventsmarkt in Benrath und natürlich das Band von verschiedenen Märkten in der Innenstadt, das den großen Düsseldorfer Weihnachtsmarkt bildet. Man kann hier von der Schadowstraße über den Weihnachtsmarkt auf dem Schadowplatz/Jan-Wellem-Platz gehen. Dann weiter vorbei an dem Nordende der Königsallee mit der Eislauffläche bis hin zum Stadtbrückchen, wo im Innenhof des Wilhelm-Marx-Hauses auch ein Weihnachtsmarkt aufgebaut ist. Daneben auf dem Heinrich-Heine-Platz vor dem Carsch-Haus am Musikpavillon ist ein Engels-Dorf aufgebaut und schließlich geht es über die Flingerstraße  in der Altstadt zum Nikolausdorf vor dem Rathaus. (Fotos von der Dreh-Pyramide Flingerstraße, Holzfiguren, siehe CD)

Die Weihnachtsbuden auf der Schadowstraße sollen etwas Modernes, etwas Amerikanische Weihnacht nach Düsseldorf bringen und die Cheerleader "Pyromaniacs" sorgen mit regelmäßigen Auftritten für eine optisch reizvolle und flippige Stimmung. Auf dem Schwadowplatz sorgt die Jahrmarktsatmosphäre mit Karussell, Glühweinständen, Holzspielzeug, Backstuben und kleiner Bühne für vorweihnachtliche Vorfreude mit Tannengrün und glänzenden Kinderaugen. „Kö on Ice“ ist das Motto zur Eislauffläche im Norden der Königsallee, um die herum einige Weihnachtsbuden aufgestellt sind um nach galanten Pirouetten oder einer unsanften Landung auf dem Hinterteil einen erwärmenden Drink zu nehmen. Eisprinzessinnen und -prinzen können hier von 9:30 Uhr bis 21:00 Uhr kostenlos laufen. Schlittschuhe kann man gegen Gebühr ausleihen. Dieses Eisvergnügen geht auch noch bis zur ersten Woche ins neue Jahr hinein! Am Stadtbrückchen kann man sich wie auf einer Weihnachtsinsel fühlen, mit Geschäftsfreunden Glühwein in etwas ruhiger Atmosphäre genießen, weil der Markt im Innenhof des Wilhelm-Marx-Hauses stattfindet. Dauser’s Suppenküche ist hier inmitten der Weihnachtsstimmung der Renner für Gaumenfreuden rheinischer Art. Auf dem Heinrich-Heine-Platz, neben dem edlen Kaufhaus „Carsch-Haus" steht der sogenannte „Engelchen-Markt", mit den Ständen , die Engelsdekorationen tragen und wo es Edelsteine neben Poffertjes, Crepes und Musik im Pavillon gibt.. (Foto Engelchen-Stand)

 

Das Weihnachtsland Altstadt
Am Eingang zur Flingerstraße steht schon seit Jahren eine überdimensionale Kerzenpyramide, in der sich bunte Figuren drehen und zu einem leckeren Glühwein locken. In der gesamten Flingerstraße stehen dann Verkaufsstände, die mit Altstadtfassaden verziert, eine Adventsstimmung herzaubern, die aus der Biedermeierzeit stammen könnte.

Und endlich ist man am Marktplatz vor dem Rathaus angelangt, wo rings um das Reiterstandbild vom alten Kurfürsten Jan Wellem ein Nikolaus-Dorf aufgebaut ist, das mit Dekoration, Beleuchtung und der großen gespendeten Weihnachts-Tanne doch das Ziel der meisten Weihnachtsmarkt- Besucher ist. In historischer Marktatmosphäre mit Kerzenziehern, Kunstschmieden, Glasbläsern und Krippenschnitzer bekommt man auch einen faszinierenden Einblick in handwerkliche Arbeiten. Noch ein paar Schritte weiter zum Burgplatz hin gibt es seit 2005 eine neue Weihnachts-Attraktion. Der größte Adventskalender in Nordrhein-Westfalen ist hier an der Fassade des „Goldenen Ring“-Gasthauses angebracht, direkt neben dem Schlossturm. Und wer will kann nun hier direkt am Rhein auch noch in der Dämmerung den Schiffen zuschauen, wie deren Lichter im Wasser sich spiegeln oder gar eine weihnachtliche Bootstour unternehmen.

Ein weiteres „Weihnachts-Event“ am Burgplatz, siehe auch oben unter„Nikolaus“/NikoLauf

Weihnachtsmärkte als Familien- und Firmentreff

Auf der „Tour de Weihnachtsmärkte“, wenn man sie von der Schadowstraße bis an den Rhein durchhalten kann, wird man neben den etwa 270 festlich dekorierten Weihnachtsständen auch

immer wieder kleine Musik- und Bühnen-Aufführungen erleben können. Zum Naschen, Staunen und natürlich Kaufen gibt es ein reichhaltiges Angebot aus verschiedensten Regionen. Es ist deshalb auch kein Wunder, wenn der Weihnachtsmarkt immer mehr Menschen anzieht und die Vorfreude auf das Weihnachtsfest immer attraktiver und ideenreicher wird. Die alljährlichen Trosse von Bussen mit niederländischen Gästen werden immer länger, Parkplätze dadurch immer knapper und auch aus den umliegenden Städten gibt es um die Weihnachtszeit reichlich Zuwachs an Besuchern.

Der Weihnachtsmarkt in Düsseldorf  ist zu einem Treff für ganze Familien, Arbeitskollegen oder den Freundeskreis geworden. Mit lieben Menschen, auch einfach nur zu Zweit, kann man hier herrliche Stunden in Weihnachtsstimmung verbringen. Bei diesem Angebot fällt es leicht sich hier irgendwo mal eine richtige Weihnachtspause zu gönnen! So wunderbar auf Weihnachten eingestimmt, kann das Fest nun endlich kommen.

In Düsseldorf ist man sehr bemüht die Märkte zeitnah zur Adventszeit beginnen zu lassen.

2006 beginnt der große Weihnachtsmarkt in der Innenstadt am 27. November und endet am 23. Dezember.

 

Weihnachten in seiner schönsten Form                                                                                       

Am schönsten ist Weihnachten ja immer noch zu Hause. Der Adventskalender ist geplündert, die Kerzen am Adventskranz heruntergebrannt und den ganzen Tag über duftet es nach Leckereien, die man von klein auf in der Nase hat. Der Christbaum wird am Tag des Heiligabend geschmückt, wobei es manchmal heimlich durch Papa geschieht oder gemeinsam mit den Kindern. Wenn es heimlich geschieht, dann in einem separaten Zimmer, in das den ganzen Tag über niemand hineinschauen darf und was das Ganze noch umso spannender macht für Klein und Groß. Ein Kirchgang mit der ganzen Familie läutet am Nachmittag den Höhepunkt des Weihnachtsfestes ein. Ein Krippenspiel, meist vom Kindergarten aus inszeniert oder mit Grundschulklassen eingeübt, was zu manchen Tränen der engen Angehörigen rührt, wird immer aufgeführt. Nuancen in dem Ablauf dieser Gottesdienste obliegt den einzelnen Kirchengemeinden und es wird schon merklich moderner um das Geschehen in der Heiligen Nacht! Nach dem Gottesdienst wird in aller Regel zu Hause das minutiös und stundenlang vorbereitete Festmahl eingenommen. Eine schöne Abwechslung dazu ist auch mal ein einfaches Düsseldorfer Gericht mit Kartoffelsalat und Würstchen. Der Trend geht auch mehr zu diesen einfachen Mahlzeiten, nicht nur damit Mutti mal stressfreies Weihnachten erlebt. Aber es ist nicht nur ein Trend, sondern weil der Heilige Abend noch zur Adventszeit gehört, ist er eigentlich noch ein Fastentag; daher auch die Tradition, dass fleischlose Speisen auf den Tisch kommen: Fisch in allen Variationen, vor allem Karpfen, oder Pasteten, Gemüse und Backwaren.

Endlich Bescherung                                                                                                                                        Es wird noch einmal das Glas erhoben und zugeprostet mit edelsten Tröpfchen oder Apfelschorle. Na dann ist aber Bescherung, wobei aus dem oben beschriebenen separaten Zimmer oft ein Glöckchen klingt und bei der offenen Tannebaum –Version aus allen Zimmern die Kinder und Eltern ihre Geschenkpakete holen, um diese dann auszutauschen. Fröhliche Weihnachten. Nach dem ersten Augenschein auf die Geschenke werden Lieder gesungen oder manches Kind entpuppt sich als Überraschung am Klavier, als es die gesamte Weihnachtsschar mit ein paar selbsteinstudierten Weihnachtsliedern überrascht. Sind mehrere Kinder oder auch Erwachsene im Raum die musikalisch sich etwas zutrauen, wird leicht ein kleines Orchester daraus, was mit Kerzenschein, bunten Tellern und dem Tannenbaum ein richtig schönes Weihnachten ergibt. In späten Abendstunden wird auch noch ein Gottesdienst besucht oder die sogenannte „Christmette“. An den beiden folgenden Weihnachtstagen stehen Besuche an, entweder man wird besucht oder besucht jemanden.

Der Ablauf ist meist ähnlich strukturiert wie am eigenen Heiligabend, die Reihenfolge wird leicht variiert. Weihnachten ist der Tag, an dem fast alle Menschen „zu Hause“ sind!


 

 

Im Kästchen:

Düsseldorf  Marketing und Tourismus GmbH
Tel.: 0211 – 17202 -0

Fax  0211 – 17202 -3250

www.duesseldorf-tourismus.de

 

Altstadt-Marketing GmbH
Tel.: 0211- 329594
Fax  0211 - 32 85 30
www.duesseldorf-altstadt.de

 

Informationen über Weihnachtsmärkte in ganz Deutschland finden Sie hier:

www.weihnachtsmarkt-deutschland.de

 

Düsseldorfer Weihnachten auf den Bermudas

An Heiligabend stehen auch noch einige attraktive Erlebnisse auf dem Weihnachts-Programmzettel. Wenn am 24. Dezember mittags die Geschäfte schließen und es ruhiger in der Innenstadt wird, geht es im „Szene-Dreieck“, auch Bermuda-Dreieck genannt, an der Ratinger Straße fast wie im Karneval zu. Hier stehen dicht an dicht gedrängt, und das schon seit einigen Jahren, vereinzelte Gruppen oder Väter und Mütter mit ihren Kindern und trinken, was ihnen so die Kellner aus den umliegenden Kneipen anbieten. Da rückt dann Christbaumschmücken oder Geschenkeverpacken in weite Ferne…Wo früher der Nikolaus-Markt wegen Lärmbelästigung schließen musste, ist heute wieder buntes Weihnachtstreiben entstanden.

Kurz vor dem Weihnachtsessen und der Bescherung an Heiligabend sollte man sich natürlich auch über die kirchlichen Termine informieren. Ein Trend ist auszumachen, dass mehr Familien und auch Einzelgänger einen Besuch zu Weihnachten in der Kirche als christliche Pflicht und Freude betrachten. Manche sind einfach auch nur von den Dekorationen, Gesängen und Geschichten fasziniert, die an diesem und an den anderen Feiertagen dort zu sehen und zu hören sind.

Ist der Heiligabend mit der Familie „pflichtgemäß“ abgefeiert, treibt es weihnachtsüberdrüssige Düsseldorfer in Szene-Treffs wie Zakk, Stahlwerk oder andere. Hier sollte man sich schon rechtzeitig über Termine und Öffnungszeiten informieren.

Ein besonderes Weihnachts-Bonbon gibt es z.B. um Mitternacht auf dem 42 Meter hohen Turm der Auferstehungskirche in Oberkassel, und das schon seit 30 Jahren! Dort sind die Turmbläser bei einem Open-Air-Konzert zu hören, natürlich erst wenn der Weihnachtssegen erteilt wurde! Aber dann hat das Ganze einen Volksfest-Charakter mit Sektflaschen und lecker gefüllten Thermoskannen.

 

 

Menschwerdung an Weihnachten  

Die Geburt Jesus Christus wird, bzw. die „Menschwerdung“ Gottes, wird an den Weihnachtstagen gefeiert. Weil das genaue Geburtsdatum nicht festliegt, feiern wir also nur symbolhaft, aber nicht weniger erfreut über die Geburt, jedes Jahr an mehreren Tagen.

Der 1. bis 4. Advent sind die Vorbereitungszeit auf die Ankunft Jesus Christus, 24. Dezember ist der Heiligabend, 25. und 26. Dezember sind die beiden Weihnachtsfeiertage. Zu Neujahr wird an die Namensgebung Jesu und das Hochfest der Gottesmutter Maria gedacht. Am 6. Januar ist das Epiphaniefest, Fest der Heiligen Drei Könige und am Sonntag danach folgt die Taufe des Herrn.

Der Heilige Abend ist kein Feiertag, an dem es nichts zu gedenken und zu feiern gibt. Die Geburt Christi wurde traditionell von der katholischen Kirche mit Tagesbeginn um 0 Uhr am 25. Dezember gefeiert, da er ja in der Nacht geboren sei. (Vermutlich sind die Berichte über die geburt im Lukas- und Matthäus-Evangelium aus einer Zeit nach 80 n. Chr.) In der Christnacht wurden die Gottesdienste inzwischen teilweise zeitlich vorverlegt und auch in der Evangelischen Kirche hat sich der Brauch, am Vorabend von Weihnachten Gottesdienste zu feiern, immer mehr Einzug gehalten. Aus dieser heute gebräuchlichen Form der Heiligabend-Feiern ist leider eine Art „Entwertung“ des eigentlichen Geburtsfestes Christi am 25. Dezember gefolgt.

Schon wieder die alten Römer                                                                                                                                                              Erstmals in Rom bezeugt soll eine Feier zum 25. Dezember bezeugt sein im Jahre 354.  Möglicherweise wurde dies bewusst als Feiertag gewählt, um einen an diesem tag gefeierten heidnischen Fest Einhalt zu bieten. Dies war der Festtag des „unbesiegten Sonnengottes“, der Tag der Wintersonnenwende. In deutschsprachigen Landen wurden die Weihnachtsfeste etwa ab Anfang des 9. Jahrhunderts begangen.

Weihnachten bedeutet soviel wie heilige und geweihte nacht und mit dieser nacht und der Geburt Jesu ist die Menschwerdung Gottes verbunden. Durch die geburt soll sich Gott den Menschen mitgeteilt haben und ihnen heil geschenkt haben. Man spricht ja heute auch vom Fest der Liebe, auch wenn dabei nicht von jedem Gott gemeint ist.  

Der Musikdirektor Neuhausen berichtet in seinen Düsseldorfer Kindheitserinnerungen um 1900: „Als dann begonnen wurde, unter dem Christbaum eine Krippe aufzubauen, die bis dahin nur in der Kirche zu sehen war, verlor der Nikolaustag mehr und mehr an Bedeutung und nach und nach entwickelte Weihnachten sich zum Gabenfest, das bald den Vorrang vor allen andern christlichen Festen in der Familie erhielt.“

 

 

Weihnachtsmann und die anderen Gabenbringer                                                                                                                                                   (siehe auch Text zu „Nikolaus“)

 

Das Brauchtum „Geschenke an Heiligabend“ ist stets mit verschiedenen Figuren oder Gabenbringern verbunden. Manch einem Kind muss da wohl schon schwindelig werden.

In Texten, Liedern, an Hauswänden, im Kaufhaus, auf Straßen, in Weihnachtsanzeigen, im Fernsehen – einfach überall – tauchen unterschiedlichste Namen und Verkörperungen von Gabenbringern auf.

Das Christkind ist entweder ein kleiner Junge um die 6 oder 7 Jahre alt oder es ist ein (engelhaftes) Mädchen, das um die 15 Jahre zu sein scheint. Das Christkind geht auf die

Ablehnung Martin Luthers zurück, Heilige zu verehren, und Nikolaus war ja ein katholischer Heiliger. Da war es naheliegend, dass in protestantischen Ländern die Kinder auf einmal nicht mehr am 6. Dezember beschenkt wurden. Eine Verlegung des Beschenkens auf den Heiligabend machte es aber nötig, auch zu sagen, wer denn nun die Kinder beschenkt.

Ein „Heiliger Geist“, der aber viel zu abstrakt erschien, wurde vom „Christkind“ schnell als Gabenbringer abgelöst. Katholische Kinder bekamen weiterhin ihre Geschenke am Nikolaustag, was aber auch bald nur noch am Heiligabend praktiziert wurde.  Also gab es das „Christkind“ und den „Nikolaus“ gleichzeitig, der den Kindern die Geschenke brachte. Da werden schon damals Kinder reichlich verwirrt gewesen sein. Als dannauch die katholischen Kinder ihr „Christkind“ an Heiligabend erwarteten war fürs Erste alles geregelt. Der Nikolaus übrigens bekam seine Aufgabe als Geschenkbringer am 6. Dezember wieder zurück….
Mit dem Christkind verbinden manche das Jesus-Kind, andere wiederum einen Engel, das Christkind hat auch als Begleiter schon mal einen „Oberengel“, der von Heiligenbildern entstammen könnte. Über religiöse Grenzen hinweg sind beide Figuren in ihren Rollen von beiden Konfessionen akzeptiert. Das Christkind klingelt dann auch bei katholischen Familien zur Bescherung. Und auf einmal taucht dann seit dem 19. Jahrhundert auch ein „Weihnachtsmann“ auf. Also ist Nikolaus am 6. Dezember unterwegs, um Stiefel zu füllen und kommt noch einmal an Heiligabend und diesmal aber in einer anderen Kleidung?

Dieser neue Gabenbringer sieht anders aus als Nikolaus, aber hat inhaltlich reichlich viele Elemente mit dem St. Nikolaus gemein, wie z.B. die Rute oder einen Begleiter Knecht Ruprecht. Der Weihnachtsmann ist eine Kunstfigur, die mal als Nikolaus gesehen wird, mal als Christkindersatz. Und nun, um die Verwirrung perfekt zu machen, taucht auch noch „Santa Claus“ auf, ein amerikanischer Kollege mit roten Pausbacken und einem Rentier, namens Rudolph. Das Rentier hat eine leuchtend rote Nase und „Santa Claus“ fliegt mit einem Rentierschlitten von Schornstein zu Schornstein. Er lädt dort seine Geschenke ab, die die Kinder am Morgen des 25. Dezember dann immer in der Nähe des Kamins, den jeder Amerikaner hat, mit großer Freude finden. Coca-Cola hat diesen Geschenke-Lieferanten für Werbezwecke in den 1930er Jahren entwerfen lassen, und der hat nun rein gar nichts mehr mit unseren Gabenbringern gemeinsam.
 

 

Zitate aus eine „Monatsschrift für Düsseldorf, 1927“:

„Bedauerlich aber bleibt, dass, wie man auch in unserer Stadt beobachten kann, die fortschreitende Veräußerlichung und Kulturlosigkeit gar Vielen manches Schöne und manchen Zauber am Weihnachtsfest genommen hat.“

 

„Aus seiner religiösen Grundhaltung heraus spricht der Düsseldorfer seinen Kindern nur vom „Christkind“ und lehnt den auf Diesseitskulturen gewachsenen „Weihnachtsmann“ ab. Als der „heilige Mann“ gilt dem Düsseldorfer St. Nikolaus, dessen fest er am 6. Dezember feiert; unter dem „Weihnachtsmann“ vermag er sich nichts vorzustellen.

 

„In vielen Orten des Niederrheins übernimmt schon am 6. Dezember St. Nikolaus eine Kinderbescherung, wie man sie anderweitig dem Christkind  allein überlässt. Die Weihnachtsmärkte, die mehr und mehr ausgestorben sind, waren im Rheinland als Nikolausmärkte bekannt; vermutlich, weil sie um den St. Nikolaus herum begannen.“



 Rute                                                                                                                                                                 Das Berühren, auch bezeichnet als „kindeln, pfeffern, pfitzeln, schlagen“, mit einer grünen Rute, (Narren-)Pritsche, Pfefferlesrute oder Gerte, wird als sehr alte Fruchtbarkeitsgeste gesehen. Hier soll die frische Kraft der Natur übertragen werden, die Fruchtbarkeit bedeutet auch in diesem Sinne „Segen“.  

 

Oh Tannenbaum, oh Lichterbaum

In Rom soll es schon zu den Saturnalien-Feiern, Saturn ist der Gott der Fruchtbarkeit, vom 17. bis 24. Dezember Dekorationen gegeben haben, die aus immergrünen Pflanzen und Zweigen bestanden. Auch am Dreikönigstag, spielten die grünen Zweige eine wichtige Rolle, sie sollten Unholde abhalten. 1419 hat die Freiburger Bäckerbruderschaft eine Tanne aufrecht im Heilig-Geist-Spital aufgestellt, die mit Backwerk und  Früchten für die Armen behangen war.

1539, so wird berichtet, sei die „Ur-Tanne“ im Straßburger Münster aufgestellt worden. Eine andere Quelle schreibt von Bremen, wo ab 1570 schon in Zunfthäusern Tannenbäumchen aufgestellt wurden. Ein Reisebericht aus dem Elsass berichtet 1604 von geschmückten und behangenen „Dannenbäum“ in Straßburger Stuben, von Kerzen ist nicht die Rede. 1611 soll in Schlesien, im Festsaal von Schloss Brieg, zum ersten Mal ein Baum „gestrahlt“ haben. Wie man sieht, gibt es unterschiedliche Angaben über die Christbäume, ob nun mit Kerzen, die ja sehr teuer waren, oder nur mit „Behang“. Lieselotte von der Pfalz berichtete 1708 von einem Buchsbäumchen mit Kerzen. In Berlin soll der erste Weihnachtsbaum um 1780 aufgetaucht sein. Mit Erfindung des Stearins und Paraffins zogen die beleuchteten Bäume auch rasch Anfang des 19. Jahrhunderts in die Wohnungen aller Bevölkerungsschichten ein. Und egal wann er welche Kerzen oder Süßigkeiten trug, allein wichtig ist seine Symbolik als Lebensbaum, der auch nur einfach Freude schenkt!


Ein Düsseldorfer Autor in einer Heimatzeitschrift erinnert sich: „Wir freuen und des Lichterbaumes, wenn er auch, wie behauptet wird, seinen Ursprung in dem altgermanischen Göttermythos hat. Für uns Christen ist er ein Symbol des Lichtes aus der Höhe…Sein Behang bestand (1928) aus essbaren Sachen, Äpfeln, Spekulatius, und buntem Zuckerwerk. Dazu gab es auch: Leuchter, Papierketten, Flitterfähnchen. Und was dann das Schönste war: er wurde am 6.Januar zum letzten Mal angezündet und dann von den Kindern geplündert!!!“

Noch heute wartet man mit dem Wegwerfen des Tannenbaumes bis zum 6. Januar.

 

 

Krippen

Eine Krippe erinnert an das Wunder von Bethlehem, es ist ein üblicher Brauch, diese unter den Baum Krippen aufzustellen! Auch ein Besuch in den vielen Kirchen lohnt sich, um Krippen anzuschauen. Aber damit man sich oder seine Kinder nicht enttäuscht: unbedingt vorher die Öffnungszeiten erfragen!

Ev. Kirchenkreisverband Düsseldorf
Bastionstraße 6 (Altstadt)
D-40213 Düsseldorf
Tel. +49(0)211 / 89 85 0
www.evangelisches-duesseldorf.de

Katholisches Stadtdekanat Düsseldorf
Schirmerstr. 8 (Zentrum)
D-40211 Düsseldorf
Tel. +49(0)211 / 90 10 20
www.kirche-in-duesseldorf.de

…und andere Kirchen/Religionen:

Buddhistischer Tempel
im EKO-Haus der Japanischen Kultur e.V.
BrüggenerWeg 6 (Niederkassel)
D-40547 Düsseldorf
Tel. +49(0)211 / 57 40 71
ww.eko-haus.de

Griechisch Orthodoxe Gemeinde
Am Schönenkamp 1 (Eller)
D-40599 Düsseldorf
Tel. +49(0)211 / 74 10 51

Jüdische Gemeinde
Zietenstr.50 (Derendorf)
D-40476 Düsseldorf
Tel. +49(0)211 / 46 91 20
www.juedische-gemeinde-duesseldorf.de

 

Moscheen Düsseldorf
www.muslim-markt.de/moscheen/staedte_d/staedte_d/duesseldorf.htm

 

Futterkrippe als erstes Bettchen

Überreste der „echten Krippe“ sollen schon im alten Rom als Reliquie verehrt worden sein.
Erste Krippen mit den üblichen Figuren soll es Mitte des 16. Jahrhunderts in Italien oder Spanien gegeben haben. Von dort gelangten sie über Süddeutschland in katholische Kirchen. In Augsburg steht die älteste deutsche Krippe aus dem Jahr 1590. Mit dem Beginn des 17. Jahrhunderts findet man in ganz Europa Krippen, das Wort „Krippe“ bezieht sich auf die Futterkrippe oder –trog, in den Maria den neugeborenen Jesus legte. Heute wird meist der ganze stall mit allem „Drumherum“ so benannt. Die Krippendarstellungen wurden auch benutzt wie Bilderbücher, um die Weihnachtsgeschichte, bzw. die Geburt Jesu bildhaft zu erzählen. In anderen Ländern wurden die Figuren entsprechend des Landes mit deren Kulturmerkmalen, Gestik und Bekleidung dargestellt.

 

Krippenbilder
Aus dem 4. Jahrhundert sollen die ältesten Abbildungen stammen, auf denen Jesu geburt zu sehen ist. In Katakomben, z.B. in San Sebastiano sind sie zu sehen und zeigen Jesus zwischen dem Esel und ochsen. Manchmal sieht man Hirten daneben, aber Maria, Josef, die Heiligen Drei Könige, Engel und Tiere der Hirten findet man erst viel später auf Bildern.
 



Immer wieder gibt es Menschen, die sich in der Tradition des Krippenbauens engagieren und den nachfolgenden Generationen damit eine Freude machen und das Wissen darum weitergeben wollen. Ein Beispiel sind die

Krippenfreunde  in St. Margareta in Gerresheim

In der jährlichen Krippenausstellung im Saal des historischen Stiftsgebäudes werden seit 1934 in der Adventszeit Krippen aller Größen und Kunstrichtungen gezeigt, die die Damen und Herren der Krippenfreunde in vielen Stunden selbst gebastelt und geschnitzt haben, samt den Figuren. Diese Ausstellungen dauern immer mehrere Tage und der Verkauf, meist vierstellige Beträge, kommt regelmäßig sozialen Einrichtungen zugute. Über 150 Krippen und unzählige Ausstattungsteile können dabei bestaunt werden. Der katholische Verein musste nach dem Vereinsverbot durch die Nazis im Untergrund weiter existieren. Einer der führenden Persönlichkeiten war der „Krippenmeister“ Tony Kryn, nach dem in Gerresheim auch eine kleine Straße benannt wurde.

Informationen über die Krippenfreunde Basilika St. Margareta:

Heinrich Sack, Tel. 0211 – 297357.

Krippenausstellung im Stiftssaal St. Margareta,

Gerricusstraße 12.

Genaue Öffnungszeiten erfragen!

(Fotos von Krippen, Krippenfreunde Gerresheim,

auch Krippenabbildungen  aus TOR, 1961)

 

 

 

Krippenkult um 1800 in Düsseldorf

Das Engagement der Krippenfreunde ist in Düsseldorf auch ein einträgliches Geschäft gewesen. Das „Haus fürs Jesuskind“ hat schon immer Faszinationen auf viele Generationen ausgeübt. Große und kleine Krippenfreunde wurden dabei nicht nur mit der einfachen Figuren-Zusammenstellung erfreut, sondern mit vielen kleinen zusätzlichen Dekorationen, Stellszenen, echten kleinen Brunnen, usw.

Ende des 18. Jahrhunderts gab es wohl einen Boom von Krippenspielen und Krippenaufstellungen in der Altstadt, dass diese auch immer wieder in den „Jülich-Bergischen Wöchentlichen nachrichten“ auftauchten und inserierten.

1787 war es auf der Flingerstraße 44 in „Davens Portz“, mit „Krippchen, auf dem sich Figuren bewegten und Bäche und Fontainen sprangen.“ Ludwig Giesen hatte in der Liefergasse 24 „gegenüber der Oberkellnerei ein ganz neues, hier noch nicht gesehenes Krippchen, auf dem sich alle Figuren bewegten.“ Im Jahre 1800 kündigte er an: „…ein hochzuehrendes Publikum, dass bei ihm unten im hause die Krippe, worauf alle Figuren sich bewegten, ihren Anfang nehmen wird. In den ersten Tagen wird nebst den bekannten biblischen Geschichten das Alte und Neue Testament dargestellt: 1tens Die Schlacht der Assirer unter General Holofernes mit den Bethulier. 2tens Die Enthauptung des trunkenen Holofernes in seinem eigenen ganz neuen Lager von der Judith. 3tens Die merkwürdige Jagd des heiligen Hubertus auf einen Hirsch. Des Sonntags ist zu sehen eine große  Wasserkunst und wie der starke Samson die Philister in die Flucht schlägt. Keine Kosten sind gespart, um den Zuschauern eine vergnügte Stunde zu verschaffen. Es wird gewiß keinen gereuen, diese Krippe gesehen zu haben. Jede Person zahlt einen Stüber.“

Auf der Reuterkaserne bei Kuhrs gab es 1787 ein Krippchen, worüber 1791 das Düsseldorfer Wochenblättchen berichtet: „…dass auf  der bekannten Christkrippe bei Kuhr noch neuerdings beigebracht seye die noch nie gesehene Evangelische Parabel vom verlorenen Sohn in sechs Abteilungen.“ Diese Krippe hatte Figuren, deren Hände und Köpfe alle aus wachs waren und alle Figuren konnten bewegt werden. Die Kleidung der Heiligen Drei Könige war mit „11 Loth Silber besetzt“. In der Mühlenstraße Nr. 202 kündigte 1800 eine Anzeige an, dass eine Krippe erscheinen wird mit salmonischem Tempel und deren Geschichten bis zum Palmsonntag zu sehen sein werden. Carl Schau zeigte zu Weihnachten 1800 „die wohlbekannte Krippe in einer ganz neuen Stellung mit 200 ganz neuen von Wachs poussierten Figuren zu Pferd und zu Fuß. Im Haus „Stadt Solingen“ auf der Mühlenstraße konnte man in einer Krippenaufstellung das Gastmahl des Königs Herodes bewundern, wobei die „Herodias tanzen wird und vom König das Haupt Johannes in einer Schüssel begehrt.“ 108 Figuren bot Johann Hinrich Beck in seiner Krippe auf der Ritterstraße 105 auf und in der „Großen Kaserne“ Nr. 14 ebenfalls eine Krippe. Ein krippenähnliches „Schattenwerk“ konnte man in der Neubrückstraße 184 sehen. (Dieses reichhaltige Krippenangebot hat Hans Müller-Schlösser in seinem Buch „Stadt an der Düssel“ aus dem Jahre 1937 hinterlassen.)

 

 

 

Weihnachtliche Küche

Weihnachtskarpfen                                                                                                                                                      Zutaten:1 großer Karpfen, 250g Champignons, 100g Räucherspeck,
90g Butter, 2 große Kartoffeln, 1 Bund Petersilie. Zubereitung: Den Karpfen putzen, unter fließendem kalten Wasser waschen, abtrocknen und innen und außen salzen und pfeffern. Speck in Streifen schneiden und den Fisch damit spicken. Die Kartoffeln schälen und unzerteilt in den Bauch des Karpfens geben. Diesen mit dem Bauch nach unten in eine Bratpfanne legen und mit 60g zerlassener Butter übergießen.  Den Fisch im vorgeheizten Backrohr bei mittlerer Hitze ca. 40 Minuten braten.        Champignons putzen, waschen und, falls sie sehr groß sind, in Stücke schneiden. Tomaten in Scheiben schneiden und mit den Pilzen in 30g Butter 5 Minuten dünsten. Karpfen mit Petersiliensträußchen garnieren und mit Tomaten, Pilzen, Salz- oder Schwenkkartoffeln und Salaten anrichten.

 

Weihnachtsgansbraten                                                                                                                                  Zutaten: eine Gans (küchenfertig, etwa 3,5 kg), Salz, Pfeffer, 600 gr. frische Maronen,

300 gr. Äpfel, 1 altbackenes Brötchen, 1 EL Schalotten, Butter, Wasser, Weisswein-Essig, frische Kräuter, Bier.                                                                                                                                                  Zubereitung: Gans innen und außen mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer würzen.                                                                                                                  Füllung:  600 Gramm frische Maronen klein hacken, 300 g Äpfel würfeln, Brötchen würfeln, Herz und Leber klein schneiden und in  Pfanne mit 30 g Butter kurz anbraten, ein Esslöffel Schalotten fein würfeln, dazu vier Esslöffel Wasser, vier Esslöffel Weißweinessig.

Die Zutaten vermengen und mit Salz und Pfeffer und frischen Kräutern (Petersilie, Thymian, Majoran und Beifuß) klein gehackt würzen.

Gans füllen und Bauchhöhle zunähen oder mit Zahnstochern verschließen. Dann Gans mit   50 g Butter bepinseln, kurz anbraten und bei 180 bis 200 Grad zweieinhalb bis drei Stunden fertig braten. Zwischendurch die Gans mit einem Achtel-Liter Bier, darin ein Teelöffel Salz, bestreichen. Dadurch wird die Haut schön knusprig.

 

 

Alle Jahre wieder, Weihnachtslieder



Alle Jahre wieder

Alle Jahre wieder

kommt das Christuskind

Auf die Erde nieder,

wo wir Menschen sind.

 

Kehrt mit seinem Segen

ein in jedes Haus,

geht auf allen Wegen

mit uns ein und aus.

 

Steht auch mir zur Seite

Still und unerkannt,

dass es treu mich leite

an der lieben Hand.

 

 

Morgen, Kinder, wird’s was geben

Morgen, Kinder, wird’s was geben,

morgen werden wir uns freun!

Welch ein Jubel, welch ein Leben

wird in unserm Hause sein.

Einmal werden wir noch wach,

heißa, dann ist Weihnachtstag

 

Wie wird dann die Stube glänzen

von der großen Lichterzahl!

Schöner als bei frohen Tänzen

Ein geputzter Kronensaal.

Wißt ihr noch, wie’s vorges Jahr

An dem Heiligen Abend war?

 

Welch ein schöner Tag ist morgen!

Neue Freude hoffen wir.

Unsre guten Eltern sorgen

Lange, lange schon dafür.

O gewiß, wer sie nicht ehrt,

ist die ganze Lust nicht wert.

 

 

 

O du fröhliche

O du fröhliche, o du selige,

Gnaden bringende Weihnachtszeit !

Welt ging verloren, Christ ist geboren :

Freue, freue dich o Christenheit!

 

O du fröhliche, o du selige,

Gnaden bringende Weihnachtszeit !

Christ ist erschienen, uns zu versühnen :

Freue, freue dich, o Christenheit!

 

O du fröhliche, o du selige,

Gnaden bringende Weinachtszeit !

Himmlische Heere jauchzen dir Ehre :

Freue, freue dich, o Christenheit!

 
     
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